Online-Treffen von Zivilklausel-Akiven und Interessierten am 18. September 2022
Hintergrundinfos zum Zivilklauseltreffen am 18. September 2022, 18-21 Uhr über Zoom
2. Einladungsmail des Arbeitskreises Zivilklausel Köln vom 12.09. zu einem bundesweiten Treffen über Zoom:
Liebe Mitstreiterinnen und Mitstreiter für zivile Wissenschaften,
Der fortgesetzte Krieg in der Ukraine und die machtpolitische Konfrontationspolitik zwischen Russland und den Nato-Staaten, die militärische „Zeitwende“ der Ampelregierung und der Wirtschaftskrieg gegen Russland mit seinen unsozialen Folgen sowie die Nachwirkungen der Hochschulschließungen inklusive dem sozial- und kulturell eingedämmten Uni-Leben stellen uns im kommenden Semester an den Hochschulen vor enorme Herausforderungen, die wir gemeinsam angehen wollen und müssen, u.a für:
- Internationale Kooperation statt Konfrontation (auch) im Wissenschaftsbereich,
- Umfassende soziale Verbesserung der Lage der Studis und MitarbeiterInnen für eine zivile, soziale und demokratische Zeitenwende entgegen der Gewinne der Rüstungsindustrie und Mineralölkonzerne,
- Aufklärung und Analyse über Kriegs- und Friedensursachen statt Freund-Feind-Propaganda und rechte Demagogie.
Ergänzend zur Einladung in der letzten Mail – die hier unten angehängt ist – möchten wir für das Treffen folgenden Ablauf vorschlagen:
- Kurze Vorstellungsrunde verbunden mit einer Aussprache über die Anliegen am Treffen, damit wir diese gemeinsam zueinander ins Verhältnis stellen
- Eine zivile, soziale, ökologische und demokratische Zeitenwende in und aus den Hochschulen heraus erkämpfen: Stand, Bericht und Schwierigkeiten; Lageauswertung aus den Hochschulen/Gruppen
- Gemeinsame Konsequenzen / Aktionsorientierung?
- Nächste Verständigung und Vorüberlegungen für ein Treffen in Präsenz
Hier findet Ihr den Link für die Teilnahme:
https://uni-koeln.zoom.us/j/97675659582?pwd=bWx5bExJVjhCd05URkRTNDJIV3AvUT09
Meeting-ID: 976 7565 9582
Viele Grüße
1. Einladungsmail des Arbeitskreises Zivilklausel Köln vom 04.08.22 zu einem bundesweiten Treffen über Zoom:
„Es gäbe genug Geld, genug Arbeit, genug zu essen, wenn wir die Reichtümer der Welt richtig verteilen würden, statt uns zu Sklaven starrer Wirtschaftsdoktrinen oder -tradition zu machen. Vor allem aber dürfen wir nicht zulassen, dass unsere Gedanken und Bemühungen von konstruktiver Arbeit abgehalten und für die Vorbereitung eines neuen Krieges missbraucht werden. […] Unsere Waffen seien Waffen des Geistes, nicht Panzer und Geschosse. Was für eine Welt könnten wir bauen, wenn wir die Kräfte, die ein Krieg entfesselt, für den Aufbau einsetzten.“
Video-Mitschnitt: Veranstaltung „Sag Nein! Der auhaltsame Aufstieg der Militarisierung mit Künstlicher Intelligenz“
Video von Hans-Dieter Hey, r-mediabase.eu
Sag Nein! Der aufhaltsame Aufstieg der Militarisierung mit Künstlicher Intelligenz
Einladung zur bundesweiten digitalen Zivilklausel-Veranstaltung
„Ich betone nochmal: Es ist die Aufgabe der Agentur, innovative wie zukunftsgestaltende Forschungs- und Innovationsvorhaben auf den Weg zu bringen. Und dies im Bereich der inneren und äußeren Sicherheit. Dabei wollen wir mit den besten Wissenschaftlern und Cyber-Experten in Deutschland arbeiten. Das heißt potenziell auch mit etwa 360 Hochschulen in Deutschland und mit 40.000 Professoren. Wie kann ich die für uns gewinnen? Auch im Hinblick auf Zivilklauseln und Dual-Use-Problematiken. Da werden wir erstmal richtig dicke Bretter bohren müssen.“
Prof. Dr. Christoph Igel, Forschungsdirektor der neu gegründeten Cyberagentur in einem Interview auf der Webseite des Verteidigungsministeriums im Mai 2020.
Liebe ehemalige, gegenwärtige und zukünftige Mitstreiter*innen aus Hochschule und Wissenschaft,
sehr geehrte dicke Bretter,
wir möchten alle Interessierten zu einer Veranstaltung von bundesweiten Zivilklausel-Aktiven am Dienstag, den 9. März, von 18:00 bis 20:30 Uhr, einladen:
„Sag Nein! Der aufhaltsame Aufstieg der Militarisierung mit Künstlicher Intelligenz“
Das Engagement für Frieden wirkt: Es ist ein Verdienst aller Friedenskräfte, dass die Anschaffung von bewaffneten Drohnen im Dezember vorläufig gestoppt werden konnte und der Atomwaffenverbotsvertrag im Januar in Kraft getreten ist.
Mit einem nachdrücklichen „Nein“ zu Kampfdrohnen aus Deutschland können wir auch den dicksten Brocken der EU-Aufrüstung – das Kampfflugzeugsystem „Future Combat Air System“ (FCAS) – zum Scheitern bringen.
FCAS ist ein deutsch-französisch-spanisches Großprojekt und setzt auf die militärische Nutzung von Künstlicher Intelligenz. Mit dem milliardenschweren Programm sollen Flugzeuge, Kampfjets, Drohnen, bewaffnete Drohnenschwärme und Satelliten in einem System integriert werden. Nach Schätzungen des Handelsblatts wird sich der Umsatz der europäischen Rüstungskonzerne auf 500 Mrd. Euro belaufen, wovon allein die Entwicklungskosten auf 80 Mrd. Euro beziffert werden.
Die „sicherheitspolitische“ Nutzung von Künstlicher Intelligenz ist zentral auf die Wissenschaft angewiesen, weswegen das Bundesinnen- und das Verteidigungsministerium die oben erwähnte „Cyberagentur“ gründen mussten.
Als Hochschulmitglieder haben wir daher eine besondere Bedeutung und die Möglichkeit, diese Aufrüstungspläne des militärisch-industriellen Komplexes, die aktuell im Windschatten der Pandemie forciert werden, zu vereiteln.
Die großen Aufgaben der Zeit – die Verwirklichung der 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen – dulden keinen Aufschub. Sie sind elementare Aufgaben der Wissenschaft und vertragen sich nicht mit dem Geschäft mit dem Tod.
Wir wollen uns daher in einem ersten Schritt im Rahmen einer digitalen Veranstaltung mit diesen aktuellen politischen und wissenschaftspolitischen Entwicklungen befassen. Für das Sommersemerster planen wir in einen zweiten Schritt, soweit möglich, ein Treffen in Präsenz, um uns auszutauschen und weitere Aktivitäten zu planen.
„Sag Nein! Der aufhaltsame Aufstieg der Militarisierung mit Künstlicher Intelligenz“
Mit:
- Lühr Henken, Ko-Sprecher des Bundesauschusses Friedensratschlag:
Zur Aktualität und Brüchigkeit des europäischen Großrüstungsprojekts Future Combat Air System (FCAS) - Christoph Marischka, Informationsstelle Militarisierung (IMI):
Dual Use: Der (gut organisierte) Transfer ziviler Forschung in militärische Anwendungen
- Hans-Jörg Kreowski, Forum InformatikerInnen für Frieden und gesellschaftliche Verantwortung (FIfF):
Für ein NEIN der Wissenschaft zu Killerdrohnen und autonomen Waffen
Die Veranstaltung findet am Dienstag, den 9. März 2021 um 18:00 Uhr statt.
Leitet die Einladung gerne an Kommiliton*innen, Kolleg*innen und andere Zivilklausel-Interessierte weiter.
Wir freuen uns auf Euch/Sie und die gemeinsame Diskussion,
die Leipziger, Kölner, Wiener, Berliner und Hamburger Zivilklausel-Aktiven
Arbeiskreis Zivilklausel an der Uni Köln hat Friedenspreis der Evangelischen Kirche erhalten
Am Sonntag, den 11. Oktober hat der Arbeitskreis Zivilklausel Köln zusammen mit der Evangelischen Studierendengemeinde (ESG) Leipzig in Leipzig den Friedenspreis der Evangelischen Kirche erhalten.
Die von Senta Pineau für den Arbeitskreis Zivilklausel gehaltene Rede wird hier dokumentiert: Zur Dankesrede (PDF)
Arbeiskreis Zivilklausel an der Uni Köln wird mit Friedenspreis der Evangelischen Kirche ausgezeichnet
Noch eine gute Nachricht! Der AK Zivilklausel an der Uni Köln bekommt für sein langjähriges Engagement für zivile Wissenschaften und die Einführung von Zivilklauseln den Friedrich-Siegmund-Schultze-Förderpreis für gewaltfreies Handeln der Evangelischen Kirche.
Es geht mit dieser Preisverleihung pars pro toto darum, die Kämpfe der gesamten Zivilklauselbewegegung zu würdigen und neu politisch und öffentlichkeitswirksam zur Geltung zu bringen. Das ist uns allen umso mehr Ansporn!
Senat der Technischen Hochschule Köln beschließt Zivilklausel!
In der heutigen Sitzung am 24. Juni 2020 hat der Senat der TH Köln einstimmig eine Zivilklausel beschlossen. Der neu gefasste § 2 der Grundordnung der Hochschule heißt künftig:
„Selbstverständnis und Zivilklausel
Die Technische Hochschule Köln ist mit ihrem öffentlichen Bildungsauftrag den Prinzipien des demokratischen und sozialen Rechtsstaats verpflichtet und wirkt auf dessen Sicherung und Weiterentwicklung hin. Sie verfolgt ausschließlich friedliche Ziele und leistet ihren Beitrag zu einer nachhaltigen, friedlichen und demokratischen Welt. Sie kommt diesen Verpflichtungen nach durch die wissenschaftliche Qualifizierung verantwortungsbewusster Persönlichkeiten, die fachlich hoch befähigt und zugleich in der Lage sind, die Zusammenhänge zwischen Individuum, Gesellschaft und Umwelt, zwischen Berufspraxis und sozialer, wirtschaftlicher und ökologischer Verantwortung aktiv mitzugestalten.“
Die TH Köln war die einzige öffentliche Hochschule NRWs, die nach der Einführung einer Friedensverpflichtung der Hochschulen im Landeshochschulgesetz 2014 diese nicht in der eigenen Grundordnung verankert hatte. Umso bemerkenswerter, dass sie sich nun doch eine Zivilklausel gegeben hat – rund ein Jahr, nachdem die landesweite Friedensklausel von der schwarz-gelben Landesregierung wieder aus dem Gesetz gestrichen wurde.
Im Zuge der Debatte um die Abschaffung der NRW-Zivilklausel, bei der unter anderem rund 12.000 Unterschriften für ihren Erhalt gesammelt wurden, gründete sich letztes Jahr auf studentische Initiative ein eigener Arbeitskreis Zivilklausel an der TH Köln, der die hochschulweite Diskussion für die Einführung einer Zivilklausel aufnahm und diese jetzt erfolgreich erwirken konnte.
Die Abschaffung der NRW-Zivilklausel hat sich somit erneut als Pyrrhussieg für die rechte Landesregierung erwiesen: Im Zuge der damit verbundenen Debatte haben sich die Ansprüche an friedenschaffende Hochschulen mit neuer Ernsthaftigkeit und Dynamik an den Hochschulen verallgemeinert; nun hat sich auch die TH Köln dem Frieden verpflichtet, während bislang keine Hochschule ihre Zivilklausel wieder aus ihrer Grundordnung gestrichen hat. Bundesweit gibt es nun 65 Hochschulen, die sich dem Frieden verpflichtet haben.
Während die Bundesregierung die Corona-Krise als Vorwand nutzt, um die Rüstungsindustrie mit weiteren Milliarden zu pampern, wächst das Erfordernis, dass entgegen Hochrüstung und Kriegstrommelei auch die Wissenschaften für weltweite Entspannung, Abrüstung und Frieden eintreten. Aufklärung ist die Alternative zur Gewalt.
Kontakt zum AK Zivilklausel an der TH Köln:
friedensklausel@stupa.th-koeln.de
Sachsen-Anhalt verankert Friedensklausel im neuen Hochschulgesetz
Am 7. Mai 2020 hat die Landesregierung von Sachsen-Anhalt ein neues Hochschulgesetz verabschiedet, in dem neuerdings eine Friedensklausel unter § 3 „Aufgaben“, Abs. 8 verankert ist:
„Die Hochschulen leisten ihren Beitrag zu einer nachhaltigen, friedlichen und demokratischen Welt. Sie setzen sich mit den möglichen Folgen einer Verbreitung und Nutzung ihrer Forschungsergebnisse auseinander.“
Interessanter Weise orientiert sich die Landesregierung aus CDU, SPD und Grünen damit an der vor rund einem Jahr von der dortigen CDU/FDP-Regierung aus dem in Hochschulgesetz gestrichenen Zivilklausel, deren Formulierung fast identisch war. Neben Thüringen und Bremen ist Sachsen-Anhalt aktuell das dritte Bundesland mit einer Friedensverpflichtung im Hochschulgesetz; neben NRW von 2014 bis 2019 hatte auch Niedersachsen von 1993-2002 in der Vergangenheit die Orientierung der Hochschulen auf friedliche Zwecke gesetzlich festgeschrieben.
In Gedenken an Dietrich Schulze
In Gedenken an Dietrich Schulze. Wir sind sehr traurig. Ohne Dietrichs unerschütterliches Engagement gäbe es die Zivilklauselbewegung nicht. Sein Verlust ist so groß, wie das Vermächtnis, das er uns hinterlässt. Dietrich, wir werden weiter daran arbeiten, für eine Welt des Friedens „Streitbarkeit und Solidarität“ hervorzubringen. Und dabei sehr oft an Dich denken.
Wir dokumentieren hier die treffende Würdigung der NaturwissenschaftlerInnen-Initiative für Frieden und Zukunftsfähigkeit:
„Auf die Idee, Zivilklauseln für das Bankwesen zu fordern, ist noch niemand gekommen. Mir würde schon genügen, die Großbanken unter öffentliche Kontrolle zu stellen, so wie das nach der Befreiung 1945 Allgemeingut war. Etwas der Zivilklausel Ähnliches wird für Industriefirmen mit Rüstungsproduktion gefordert. Das nennt sich Rüstungskonversion, d.h. Umstieg von militärischer auf zivile Produktion unter Einsatz der Fachkenntnisse der Beschäftigten bei Sicherung der Arbeitsplätze. […] Wer von den friedensbewegten EU-Parlamentariern packt dieses konkrete und ambitionierte EU-Friedensprogramm an?“
Dietrich Schulze
Dietrich verstarb mit 79 Jahren in seiner Heimatstadt Karlsruhe.
Einer der aufrechtesten Friedenskämpfer und Naturwissenschaftler ist nicht mehr unter uns. Er hasste den Krieg und die Kriegstreiber. Unermüdlich sein Engagement gegen Aufrüstung und Atomwaffen – sei es in den 80 Jahren gegen Pershing 2 und Cruise-Missiles, sei es gegen die völkerrechtswidrigen Kriege Deutschlands oder der NATO. Er war mit uns in Bonn und Berlin, als Hundertausende, ja Millionen, aufgestanden sind gegen Kriege.
Frieden war für ihn die ultimo Ratio. Da war der Physiker Dietrich ganz Wissenschaftler und Ingenieur, der auf seine eigene Profession immer einen kritischen Blick hatte. Nie hat er die Verquickung der Wissenschaft in die Unterstützung des Faschismus und Militarismus vergessen. Antifaschismus war seine Herzensangelegenheit.
Leere Worte und Bekenntnisse waren dabei nicht seine Sache. Organisationen, Posten und Kampagnen waren ihm nur Mittel, niemals Selbstzweck. Ohne ihn hätte es die Zivilklausel-Bewegung nach 2009 nicht gegeben. Er war zu ihrer Geburtsstunde an der Universität Karlsruhe ebenso dabei wie bei den vielfältigen Veranstaltungen und Treffen in den 10 Jahren seither. Seine Bereitschaft, Debatten und Beschlüsse zu dokumentieren, gaben der Kampagne eine Geschichte und ein Gesicht. Sein Widerspruch und seine Beharrlichkeit haben die Institution Wissenschaft herausgefordert und den Menschen näher gebracht. Seine Analysen und Vorschläge belebten jede Diskussion.
Dietrich war ein Naturwissenschaftler, der seine Wissenschaft geliebt hat. Er war sich ihrer Grenzen, ihrer Verquickungen in Krieg und Unterdrückung immer bewusst. Er hat diese Tatsachen immer wieder nachgewiesen und angeprangert. Er wusste, dass das spezialisierte Expertentum der Nährboden für Untertanengeist und Anpassung war. Daher vertrat er mit Mut auch außerhalb seines Faches eine Sache, wenn es die Richtige war. Unvergessen ist sein Zwischenruf, als die Demontage des Sozialstaats vorangetrieben wurde: Auf dem Gewerkschaftstag der ÖTV im November 2000 unterbrach Dietrich den damaligen Bundeskanzler Schröder bei dessen Vorstellung des neuen Rentenkonzepts mit den Worten: „Das ist nicht notwendig“, und provozierte damit den berühmten Kanzler-Ausspruch: „Das ist notwendig und wir werden es machen. Basta!“. Es ist diese Courage, die nicht nur mancher Debatte eine produktive Wendung gab, sondern auch Beispiel ist, dass erst der Widerspruch zu Erkenntnis führt.
Es wäre kein Dietrich, wäre da nicht auch der Querkopf, ja manchmal Sturkopf und ein Mensch mit Streitlust und Streitfähigkeit. Streit und Auseinandersetzung produktiv werden zu lassen, war sein Ziel, nicht immer hat er es erreicht.
Seit 1983 sind wir mit Dietrich und der NaturwissenschaftlerInnen-Initiative gemeinsame Wege gegangen. Zahlreiche Veranstaltungen, Kongresse und Aktionen der Initiative, der er sich am meisten verbunden fühlte, hat er besucht, viele mit organisiert und geprägt. Er war bei den großen Ereignissen aber auch immer wieder da „wenn die Mühen der Ebene“ es erforderten. So manches Mal hat er den Vorstand und Verein ermuntert, und manches Mal getrieben, Entscheidungen zu fällen und Position zu beziehen. Wir haben ihn gebraucht und brauchen ihn noch.
Wir haben mit Dietrich einen Menschen verloren, dessen soziales Engagement für die Ärmsten und sozial Bedrängten in dieser Gesellschaft und weltweit sprichwörtlich ist und dies nicht nur als Betriebsratsvorsitzender. In der Ablehnung von Ungerechtigkeit war er unerbittlich.
Lieber Dietrich, Du wirst uns fehlen, in Deiner Unermüdlichkeit, in Deiner Vielfalt und Deinem Engagement, aber auch in der Lust, sich mit uns anzulegen.
Dein Weg hinterlässt tiefe Spuren, nicht nur in Karlsruhe und am KIT. Sie sind uns Aufruf und Ermutigung zugleich, in Deinem Sinne für Frieden und Gerechtigkeit weiter zu wirken. Ade Dietrich, Du fehlst schon jetzt.
Der Vorstand der NaturwissenschaftlerInnen-Initiative
3. November 2019: Treffen der Zivilklauselbewegung in Leipzig
Liebe Mitstreiterinnen und Mitstreiter für zivilisierende Wissenschaft,
am Sonntag, den 3. November trifft sich die Ziviklauselbewegung in Leipzig und ihr seid alle herzlich eingeladen teilzunehmen.
Die Weltlage ist angespannt. Einerseits stehen wir mit dem 2%-Ziel der Nato-Aufrüstung und der entsprechenden machtpolitischen Eskalationspolitik vor einer brandgefährlichen Situation.
Andererseits gibt es dynamisch wachsende Aktivitäten, die darauf gerichtet sind, eine friedliche Entwicklung der Welt, international solidarische Handelsbeziehungen und ein menschliches, auch die natürlichen Lebensgrundlagen erhaltendes gesellschaftliches Zusammenleben durchzusetzen. An Frieden und Nachhaltigkeit orientierte Wissenschaft ist Bestandteil dieses Ringens.
Wir wollen uns treffen, um gemeinsam auszuloten, in welcher gesellschaftlichen Großwetterlage wir uns bewegen und was wir bewirken wollen und können. Wir wollen uns über Ambitionen, spezifische Herausforderungen, unternommene oder vorgehabte Aktivitäten und Hindernisse austauschen, um gemeinsam erfolgreicher für eine zivile Entwicklung zu wirken.
Es gibt viel auszuwerten und zu beraten:
- in NRW wurde gerade die Zivilklausel aus dem Landeshochschulgesetz gestrichen
- in Sachsen-Anhalt und Berlin soll aber ähnliches gerade verankert werden.
- Vielerorts haben wir Zivilklauseln erkämpft, und stehen nun vor der Herausforderung, die Konfliktfähigkeit der Hochschulmitglieder zu befördern und die Zivilklausel zur lebendigen Praxis zu machen, auch z.B. in Gegnerschaft zu Aufrüstungsplänen und militärfinanzierter Forschung wie im Fall der Pentagonforschung in Hamburg.
- Aktive in Wien und Physiker unterschiedlicher Hochschulen arbeiten an der Frage, was der Kampf für zivile Wissenschaft für die Entwicklung der Fächer bzw. die wissenschaftlichen Fragestellungen bedeutet.
Deshalb schlagen wir die folgende Tagesordnung vor:
1) Eingangsbeitrag zur aktuellen politischen Lage und Diskussion
Reiner Braun, Kampagne „abrüsten statt aufrüsten“
- – Mittagspause und Mittagessen –
2) Berichte
Hier soll auch die Möglichkeit bestehen, mögliche Schwerpunkte unserer Arbeit herauszubilden.
3) Überlegungen für Aktivitäten und ein größeres Treffen anlässlich des 75. Jahrestages der Befreiung vom Faschismus im kommenden Jahr.
4) Verschiedenes und Verabredungen
Organisatorisches
Termin: Das Treffen findet statt am 3. November 2019 von 10:30 bis 18 Uhr im Gewerkschaftshaus der GEW, Nonnenstraße 58, in 04229 Leipzig.
Anmeldung: Bitte meldet euch aus organisatorischen Gründen, am besten spätestens eine Woche vor dem Treffen, bei an: admin@zivilklausel.de
Zusammenkunft am Vorabend: Die Leipziger laden ein zu einer Zusammenkunft für alle Interessierten, die schon am Tag davor anreisen, am Samstag, den 2. November ab 18 Uhr im Liebknecht-Haus (Braunstraße 10). Dort gibt es Getränke auf Spendenbasis.
Übernachtung: Wer eine Übernachtungsmöglichkeit benötigt und sich keine Unterkunft leisten kann oder will, soll sich nicht abhalten lassen, an dem Treffen teilzunehmen: Aktive des Leipziger SDS ermöglichen zehn bis zwanzig Schlafplätze. Wer solch einen Schlafplatz benötigt melde sich bitte bei admin@zivilklausel.de spätestens eine Woche vor dem Treffen.
Anreise: Der Tagungsort ist eine viertel Stunde Fußweg vom Bahnhof Leipzig-Plagwitz entfernt, der wiederum ist mit der S-Bahn vom Hauptbahnhof eine viertel Stunde entfernt.
Wir freuen uns auf ein produktives Treffen!
Mit den allerbesten Grüßen vom Vorbereitungskreis,
Tobias Berking, Reiner Braun, Wolfgang Mix, Senta Pineau, Danilo Streller, Marlis Tepe und Uwe Wötzel
Pressespiegel zur Kampagne für den Erhalt der Zivilklausel im NRW-Hochschulgesetz
Zur Unterschriftenkampagne „Wissenschaft für Nachhaltigkeit, Frieden und Demokratie – Die Zivilklausel in NRW erhalten!“
Zur Facebook-Seite der Kampagne
Presseartikel und Radiobeiträge
Demo in Münster
„Wir müssen jetzt handeln!“ – Studierende rufen zum Protest gegen Hochschulgesetz auf
msl24.de vom 10. Mai 2019
Geplante Änderung des NRW-Hochschulrahmengesetzes
Kein Verständnis für ein Ende der „Zivilklausel“
Uni Bielefeld und Paderborn lehnen wissenschaftliche Arbeit für Rüstungsfirmen ab
Keine militärische Forschung
Von Dietmar Kemper, 26. Mai 2019 im Westfalen-Blatt
»Landesregierung verteidigt die ›Freiheit‹ der Industrie«
NRW: CDU und FDP wollen Hochschulgesetz novellieren und Zivilklausel abschaffen.
Interview von Ralf Wurzbacher mit Felix Massenbach, Aktionsbündnis der Uni Köln, 28. Mai 2019 in der Jungen Welt
Ruhr-Unis lehnen Militärforschung ab
Massiver Widerstand gegen Abschaffung der „Zivilklausel“
Von Christopher Onkelbach, 29. Mai 2019 als Titel-Aufmacher in der Westfälischen Rundschau und anderen Titeln der Funke-Mediengruppe (WAZ, NAZ …)
Forschung muss dem Frieden dienen
Kommentar von Christopher Onkelbach zur Zivilklausel, 29. Mai 2019 in der Westfälischen Rundschau und anderen Titeln der Funke-Mediengruppe (WAZ, NAZ …)
Debatte um Militärforschung
Landesregierung will die Zivilklausel aus dem Hochschulgesetz streichen. Dagegen wächst der Protest
Von Christopher Onkelbach, 29. Mai 2019 als Hintergrundartikel in der Westfälischen Rundschau und anderen Titeln der Funke-Mediengruppe (WAZ, NAZ …)
US-Forschungsförderung
Millionen vom Pentagon für deutsche Unis
Von Armin Himmelrath und Holger Dambeck (Datenanalyse), 22. Juni 2019 in Spiegel Online
Zivilklausel
Die Friedenspflicht fällt
Von Susanne Klein, 23. Juni 2019 in der Süddeutschen Zeitung
Abrüsten für den Frieden – auch an der Hochschule
Von Chris Ott, 23. Juni 2019 in Die Freiheitsliebe – Dein Portal für kritischen Journalismus
Pentagon
Pentagon förderte RUB-Forschung
Stefan Moll, 24. Juni 2019 in BSZ:Online, Bochumer Stadt- und Studierendenzeitung
Drittmittel von US-Verteidigungsministerium
Forschung vor der Mauer
Kommentar von Stefan Moll, 24. Juni 2019 in BSZ:Online, Bochumer Stadt- und Studierendenzeitung
Campus Wuppertal
US-Verteidigungsministerium fördert Uni
Martin Wosnitza, 26. Juni 2019 in der Westdeutschen Zeitung
Erneuerung des Hochschulgesetzes von NRW
Die Zivilklausel – Zwei Stimmen zum Gesetzesentwurf
Interviews der Deutschen UNESCO-Kommission vom 3. Juli 2019 im Rahmen des UNESCO-Weltaktionsprogramms „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ für und gegen den Erhalt der Zivilklausel im NRW-Hochschulgesetz
- „Es gibt keine Alternativen zur Zivilklausel. Ihre Beseitigung ist in keinem Fall eine“
Interview mit Torsten Bultmann, Politischer Geschäftsführer des Bundes demokratischer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler - „Für die nachhaltige Entwicklung ebenso wie für das Thema Zivilklausel ist es wichtig, dass die Hochschulen aus sich selbst heraus Lösungen entwickeln und umsetzen“
Interview mit Jochen Mohr, Pressesprecher des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen
Zivilklausel
Sollen Unis für militärische Zwecke forschen?
Gesprächsrunde vom 6. Juli 2019 im Deutschlandfunk
Moderation: Manfred Götzke
Gesprächsgäste:
- Prof. Dr. Heinz-Josef Bontrup, Wirtschaftswissenschaftler, Unterzeichner der Unterschriftenkampagne für den Erhalt der Zivilklausel im NRW-Hochschulgesetz, Sprecher der Arbeitsgruppe Alternative Wirtschaftspolitik
- Thomas Kathöfer, Hauptgeschäftsführer des Forschungsnetzwerks Mittelstand (AIF)
- Armin Himmelrath, Wissenschafts- und Bildungsjournalist
- Angela Freimuth, FDP, MdL, Vizepräsidentin des Landtags NRW
Neues Hochschulgesetz
Es geht um unsere Zukunft
Stefan Moll, 8. Juli 2019 in BSZ:Online, Bochumer Stadt- und Studierendenzeitung
NRW
Hochschulen in NRW dürfen wieder für das Militär forschen
dpa, sög (Sören Götz), Zeit Online, 11. Juli 2019 (ähnliche Meldung in zahlreichen anderen Medien)
Kommentar zum NRW-Hochschulgesetz:
Lasst Euch nicht kaufen!
Von Christian Rein, 11. Juli 2019 in den Aachener Nachrichten
Streit um Zivilklausel
„Ein fatales Zeichen“
Von Armin Himmelrath, 07-08/2019 in Erziehung & Wissenschaft
Neues Hochschulgesetz
Der Protest gegen das Hochschulgesetz geht an den Unis weiter
Stefan Moll, 15. Juli 2019 in BSZ:Online, Bochumer Stadt- und Studierendenzeitung
Verteidigungsministerium
Wie viel Geld deutsche Unis für Rüstungsforschung erhalten, bleibt geheim
Von Armin Himmelrath, 12. September 2019 in Spiegel Online
Presseerklärungen:
Wissenschaft für Nachhaltigkeit, Frieden und Demokratie
Unterschriftenkampagne für den Erhalt der Zivilklausel im NRW- Hochschulgesetz gestartet
Pressemitteilung der Initiatoren der Unterschriftenkampagne vom 15. Mai 2019 zum Start der Online-Petition
Zivilklausel im Hochschulgesetz NRW erhalten
DGB und GEW NRW unterstützen Online-Initiative
Pressemitteilung von DGB und GEW NRW vom 15. Mai 2019 zum Start der Unterschriftenkampagne
Die Streichung der Zivilklausel wäre geschichtsvergessen und ein Schritt in die falsche Richtung
„Zivilklausel muss erhalten bleiben“
Pressemitteilung von Dietmar Bell, wissenschaftspolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion vom 29. Mai 2019
Keine Forschung für das US-Pentagon
Pressemitteilung von DieLinke NRW vom 26. Juni 2019
IPPNW unterstützt Kampagne für Zivilklauseln an deutschen Hochschulen
Pressemitteilung der deutschen Sektion der Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges (IPPNW) vom 28. Juni 2019
#notmyhochschulgesetz: Linke NRW ruft zu Protest gegen das neue Hochschulgesetz auf
Pressemitteilung von DieLinke NRW vom 9. Juli 2019
Anja Weber zum Antikriegstag: Zivilklausel an NRW-Hochschulen erhalten
Pressemitteilung des DGB NRW vom 28. August 2019