Zivilklausel

Online-Treffen von Zivilklausel-Akiven und Interessierten am 18. September 2022

Hintergrundinfos zum Zivilklauseltreffen am 18. September 2022, 18-21 Uhr über Zoom

 

2. Einladungsmail des Arbeitskreises Zivilklausel Köln vom 12.09. zu einem bundesweiten Treffen über Zoom:

 

Liebe Mitstreiterinnen und Mitstreiter für zivile Wissenschaften,

 

wir möchten Euch an das bundesweite Treffen von Zivilklausel-Aktiven und -Interessierten am Sonntag, den 18.09.2022,von 18 bis 21 Uhr erinnern.
 

Der fortgesetzte Krieg in der Ukraine und die machtpolitische Konfrontationspolitik zwischen Russland und den Nato-Staaten, die militärische „Zeitwende“ der Ampelregierung und der Wirtschaftskrieg gegen Russland mit seinen unsozialen Folgen sowie die Nachwirkungen der Hochschulschließungen inklusive dem sozial- und kulturell eingedämmten Uni-Leben stellen uns im kommenden Semester an den Hochschulen vor enorme Herausforderungen, die wir gemeinsam angehen wollen und müssen, u.a für:

 

  • Internationale Kooperation statt Konfrontation (auch) im Wissenschaftsbereich, 
  • Umfassende soziale Verbesserung der Lage der Studis und MitarbeiterInnen für eine zivile, soziale und demokratische Zeitenwende entgegen der Gewinne der Rüstungsindustrie und Mineralölkonzerne, 
  • Aufklärung und Analyse über Kriegs- und Friedensursachen statt Freund-Feind-Propaganda und rechte Demagogie.

 

Wir können in den Hochschulen die Entwicklung vorwegnehmen und positiv beantworten, die sich gesellschaftlich zuspitzt. So beenden wir auch die politische Eindämmung, die noch aus der Vereinzelung in der Pandemie nachhängt.
 

Ergänzend zur Einladung in der letzten Mail – die hier unten angehängt ist – möchten wir für das Treffen folgenden Ablauf vorschlagen:

 

  1. Kurze Vorstellungsrunde verbunden mit einer Aussprache über die Anliegen am Treffen, damit wir diese gemeinsam zueinander ins Verhältnis stellen
  2. Eine zivile, soziale, ökologische und demokratische Zeitenwende in und aus den Hochschulen heraus erkämpfen: Stand, Bericht und Schwierigkeiten; Lageauswertung aus den Hochschulen/Gruppen
  3. Gemeinsame Konsequenzen / Aktionsorientierung?
  4. Nächste Verständigung und Vorüberlegungen für ein Treffen in Präsenz

 

Dieser Vorschlag kann gerne präzisiert und erweitert werden.
 
Wir hoffen, dass es bald weitere Infos zu den geplanten dezentralen Aktionstagen des Friedensbewegung am 1.Oktober gibt. Diese schicken wir nochmal gesondert herum.
 

Hier findet Ihr den Link für die Teilnahme:

https://uni-koeln.zoom.us/j/97675659582?pwd=bWx5bExJVjhCd05URkRTNDJIV3AvUT09

 

Meeting-ID: 976 7565 9582

Passwort: 510398
 

Viele Grüße

Der AK Zivilklausel Köln

 

 

1. Einladungsmail des Arbeitskreises Zivilklausel Köln vom 04.08.22 zu einem bundesweiten Treffen über Zoom:

 

 

„Es gäbe genug Geld, genug Arbeit, genug zu essen, wenn wir die Reichtümer der Welt richtig verteilen würden, statt uns zu Sklaven starrer Wirtschaftsdoktrinen oder -tradition zu machen. Vor allem aber dürfen wir nicht zulassen, dass unsere Gedanken und Bemühungen von konstruktiver Arbeit abgehalten und für die Vorbereitung eines neuen Krieges missbraucht werden. […] Unsere Waffen seien Waffen des Geistes, nicht Panzer und Geschosse. Was für eine Welt könnten wir bauen, wenn wir die Kräfte, die ein Krieg entfesselt, für den Aufbau einsetzten.“

Albert Einstein, »Für einen militanten Pazifismus«
 
 
 
Liebe KommilitonInnen und KollegInnen,
 
der Krieg in der Ukraine, die militärische Eskalationsspirale, die sich weltweite verschärfende soziale und ökologische Krise machen es mehr denn je erforderlich, dass an den Hochschule für eine zivile Zeitenwende und die Lösung diese Epochenfragen gelernt, geforscht, gearbeitet wird. Überall müssen Zivilklauseln ausgebaut werden, und die Bildungseinrichtungen sowie die Studierenden und die Lehrenden für eine solche Arbeit finanziell gestärkt werden. 
 
Dagegen bringen sich all die jeniegen in Stellung, die die Hochschulen und die Wissenschaft für die Durchsetzung wirtschaftspolitischer und geostrategischer Machtpolitik und eine irrsinnig unproduktive und gefährliche Aufrüstungspolitik im Dienst nehmen wollen. Dazu diesen Artikel aus der TAZ:
 
 
 
Erfreulicherweise sind an vielen Unis und FHs in den letzten Monaten wieder viele Menschen aktiv geworden, die in diesen richtungsweisenden Konflikt eingreifen wollen.
 
Wir möchte daher eine bundesweite Beratung aller Zivilklausel-Interessierten für Sonntag den 18. September vorschlagen, von 18 bis 21 Uhr, digital.
 
Eine gemeinsame Einschätzung der Lage sowie Berichte und Austausch wären Schwerpunkt des Treffens.
 
Außerdem können wir auch beraten, wie wir in den Hochschulen zur bundesweite Friedensdemo am 1. Oktober mobilisieren. Dazu kommen sicherlich separat bald mehr Informationen.
 
Und wie wir bald in Präsenz zusammen kommen!
 
Wir melden uns Anfang September wieder. Eine kleine Rückmeldung, ob Ihr vor habt teilzunehmen an info@zivilklausel.de wäre jetzt schon super, nicht zuletzt für die Motivation auch zur Einschätzung, wo Aktive gerade unterwegs sind.
 
 
Viele Grüße, wir freuen uns auf das Treffen,
 
Senta
Für den AK Zivilklausel Köln

Sag Nein! Der aufhaltsame Aufstieg der Militarisierung mit Künstlicher Intelligenz

Einladung zur bundesweiten digitalen Zivilklausel-Veranstaltung

 

„Ich betone nochmal: Es ist die Aufgabe der Agentur, innovative wie zukunftsgestaltende Forschungs- und Innovationsvorhaben auf den Weg zu bringen. Und dies im Bereich der inneren und äußeren Sicherheit. Dabei wollen wir mit den besten Wissenschaftlern und Cyber-Experten in Deutschland arbeiten. Das heißt potenziell auch mit etwa 360 Hochschulen in Deutschland und mit 40.000 Professoren. Wie kann ich die für uns gewinnen? Auch im Hinblick auf Zivilklauseln und Dual-Use-Problematiken. Da werden wir erstmal richtig dicke Bretter bohren müssen.“
Prof. Dr. Christoph Igel, Forschungsdirektor der neu gegründeten Cyberagentur in einem Interview auf der Webseite des Verteidigungsministeriums im Mai 2020.
 

Liebe ehemalige, gegenwärtige und zukünftige Mitstreiter*innen aus Hochschule und Wissenschaft,
sehr geehrte dicke Bretter,

wir möchten alle Interessierten zu einer Veranstaltung von bundesweiten Zivilklausel-Aktiven am Dienstag, den 9. März, von 18:00 bis 20:30 Uhr, einladen:

„Sag Nein! Der aufhaltsame Aufstieg der Militarisierung mit Künstlicher Intelligenz“

Das Engagement für Frieden wirkt: Es ist ein Verdienst aller Friedenskräfte, dass die Anschaffung von bewaffneten Drohnen im Dezember vorläufig gestoppt werden konnte und der Atomwaffenverbotsvertrag im Januar in Kraft getreten ist.

Mit einem nachdrücklichen „Nein“ zu Kampfdrohnen aus Deutschland können wir auch den dicksten Brocken der EU-Aufrüstung – das Kampfflugzeugsystem „Future Combat Air System“ (FCAS) – zum Scheitern bringen.

FCAS ist ein deutsch-französisch-spanisches Großprojekt und setzt auf die militärische Nutzung von Künstlicher Intelligenz. Mit dem milliardenschweren Programm sollen Flugzeuge, Kampfjets, Drohnen, bewaffnete Drohnenschwärme und Satelliten in einem System integriert werden. Nach Schätzungen des Handelsblatts wird sich der Umsatz der europäischen Rüstungskonzerne auf 500 Mrd. Euro belaufen, wovon allein die Entwicklungskosten auf 80 Mrd. Euro beziffert werden.

Die „sicherheitspolitische“ Nutzung von Künstlicher Intelligenz ist zentral auf die Wissenschaft angewiesen, weswegen das Bundesinnen- und das Verteidigungsministerium die oben erwähnte „Cyberagentur“ gründen mussten.

Als Hochschulmitglieder haben wir daher eine besondere Bedeutung und die Möglichkeit, diese Aufrüstungspläne des militärisch-industriellen Komplexes, die aktuell im Windschatten der Pandemie forciert werden, zu vereiteln.

Die großen Aufgaben der Zeit – die Verwirklichung der 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen – dulden keinen Aufschub. Sie sind elementare Aufgaben der Wissenschaft und vertragen sich nicht mit dem Geschäft mit dem Tod.

Wir wollen uns daher in einem ersten Schritt im Rahmen einer digitalen Veranstaltung mit diesen aktuellen politischen und wissenschaftspolitischen Entwicklungen befassen. Für das Sommersemerster planen wir in einen zweiten Schritt, soweit möglich, ein Treffen in Präsenz, um uns auszutauschen und weitere Aktivitäten zu planen.

„Sag Nein! Der aufhaltsame Aufstieg der Militarisierung mit Künstlicher Intelligenz“

Mit:

  • Lühr Henken, Ko-Sprecher des Bundesauschusses Friedensratschlag:
    Zur Aktualität und Brüchigkeit des europäischen Großrüstungsprojekts Future Combat Air System (FCAS)
  • Christoph Marischka, Informationsstelle Militarisierung (IMI):
    Dual Use: Der (gut organisierte) Transfer ziviler Forschung in militärische Anwendungen
  • Hans-Jörg Kreowski, Forum InformatikerInnen für Frieden und gesellschaftliche Verantwortung (FIfF):
    Für ein NEIN der Wissenschaft zu Killerdrohnen und autonomen Waffen

 

Die Veranstaltung findet am Dienstag, den 9. März 2021 um 18:00 Uhr statt.

Leitet die Einladung gerne an Kommiliton*innen, Kolleg*innen und andere Zivilklausel-Interessierte weiter.

Wir freuen uns auf Euch/Sie und die gemeinsame Diskussion,

die Leipziger, Kölner, Wiener, Berliner und Hamburger Zivilklausel-Aktiven


 

Arbeiskreis Zivilklausel an der Uni Köln wird mit Friedenspreis der Evangelischen Kirche ausgezeichnet

Noch eine gute Nachricht! Der AK Zivilklausel an der Uni Köln bekommt für sein langjähriges Engagement für zivile Wissenschaften und die Einführung von Zivilklauseln den Friedrich-Siegmund-Schultze-Förderpreis für gewaltfreies Handeln der Evangelischen Kirche.

Es geht mit dieser Preisverleihung pars pro toto darum, die Kämpfe der gesamten Zivilklauselbewegegung zu würdigen und neu politisch und öffentlichkeitswirksam zur Geltung zu bringen. Das ist uns allen umso mehr Ansporn!

Pressemitteilung vom 22. Juni 2020 auf der Website der Evangelischen Arbeitsgemeinschaft für Kriegsdienstverweigerung und Frieden (EAK)


 

Senat der Technischen Hochschule Köln beschließt Zivilklausel!

In der heutigen Sitzung am 24. Juni 2020 hat der Senat der TH Köln einstimmig eine Zivilklausel beschlossen. Der neu gefasste § 2 der Grundordnung der Hochschule heißt künftig:

Selbstverständnis und Zivilklausel
Die Technische Hochschule Köln ist mit ihrem öffentlichen Bildungsauftrag den Prinzipien des demokratischen und sozialen Rechtsstaats verpflichtet und wirkt auf dessen Sicherung und Weiterentwicklung hin. Sie verfolgt ausschließlich friedliche Ziele und leistet ihren Beitrag zu einer nachhaltigen, friedlichen und demokratischen Welt. Sie kommt diesen Verpflichtungen nach durch die wissenschaftliche Qualifizierung verantwortungsbewusster Persönlichkeiten, die fachlich hoch befähigt und zugleich in der Lage sind, die Zusammenhänge zwischen Individuum, Gesellschaft und Umwelt, zwischen Berufspraxis und sozialer, wirtschaftlicher und ökologischer Verantwortung aktiv mitzugestalten.“

Die TH Köln war die einzige öffentliche Hochschule NRWs, die nach der Einführung einer Friedensverpflichtung der Hochschulen im Landeshochschulgesetz 2014 diese nicht in der eigenen Grundordnung verankert hatte. Umso bemerkenswerter, dass sie sich nun doch eine Zivilklausel gegeben hat – rund ein Jahr, nachdem die landesweite Friedensklausel von der schwarz-gelben Landesregierung wieder aus dem Gesetz gestrichen wurde.

Im Zuge der Debatte um die Abschaffung der NRW-Zivilklausel, bei der unter anderem rund 12.000 Unterschriften für ihren Erhalt gesammelt wurden, gründete sich letztes Jahr auf studentische Initiative ein eigener Arbeitskreis Zivilklausel an der TH Köln, der die hochschulweite Diskussion für die Einführung einer Zivilklausel aufnahm und diese jetzt erfolgreich erwirken konnte.

Die Abschaffung der NRW-Zivilklausel hat sich somit erneut als Pyrrhussieg für die rechte Landesregierung erwiesen: Im Zuge der damit verbundenen Debatte haben sich die Ansprüche an friedenschaffende Hochschulen mit neuer Ernsthaftigkeit und Dynamik an den Hochschulen verallgemeinert; nun hat sich auch die TH Köln dem Frieden verpflichtet, während bislang keine Hochschule ihre Zivilklausel wieder aus ihrer Grundordnung gestrichen hat. Bundesweit gibt es nun 65 Hochschulen, die sich dem Frieden verpflichtet haben.

Während die Bundesregierung die Corona-Krise als Vorwand nutzt, um die Rüstungsindustrie mit weiteren Milliarden zu pampern, wächst das Erfordernis, dass entgegen Hochrüstung und Kriegstrommelei auch die Wissenschaften für weltweite Entspannung, Abrüstung und Frieden eintreten. Aufklärung ist die Alternative zur Gewalt.

Kontakt zum AK Zivilklausel an der TH Köln:
friedensklausel@stupa.th-koeln.de


 

Sachsen-Anhalt verankert Friedensklausel im neuen Hochschulgesetz

Am 7. Mai 2020 hat die Landesregierung von Sachsen-Anhalt ein neues Hochschulgesetz verabschiedet, in dem neuerdings eine Friedensklausel unter § 3 „Aufgaben“, Abs. 8 verankert ist:

„Die Hochschulen leisten ihren Beitrag zu einer nachhaltigen, friedlichen und demokratischen Welt. Sie setzen sich mit den möglichen Folgen einer Verbreitung und Nutzung ihrer Forschungsergebnisse auseinander.“

Interessanter Weise orientiert sich die Landesregierung aus CDU, SPD und Grünen damit an der vor rund einem Jahr von der dortigen CDU/FDP-Regierung aus dem in Hochschulgesetz gestrichenen Zivilklausel, deren Formulierung fast identisch war. Neben Thüringen und Bremen ist Sachsen-Anhalt aktuell das dritte Bundesland mit einer Friedensverpflichtung im Hochschulgesetz; neben NRW von 2014 bis 2019 hatte auch Niedersachsen von 1993-2002 in der Vergangenheit die Orientierung der Hochschulen auf friedliche Zwecke gesetzlich festgeschrieben.


 

In Gedenken an Dietrich Schulze

In Gedenken an Dietrich Schulze. Wir sind sehr traurig. Ohne Dietrichs unerschütterliches Engagement gäbe es die Zivilklauselbewegung nicht. Sein Verlust ist so groß, wie das Vermächtnis, das er uns hinterlässt. Dietrich, wir werden weiter daran arbeiten, für eine Welt des Friedens „Streitbarkeit und Solidarität“ hervorzubringen. Und dabei sehr oft an Dich denken.

Wir dokumentieren hier die treffende Würdigung der NaturwissenschaftlerInnen-Initiative für Frieden und Zukunftsfähigkeit:

„Auf die Idee, Zivilklauseln für das Bankwesen zu fordern, ist noch niemand gekommen. Mir würde schon genügen, die Großbanken unter öffentliche Kontrolle zu stellen, so wie das nach der Befreiung 1945 Allgemeingut war. Etwas der Zivilklausel Ähnliches wird für Industriefirmen mit Rüstungsproduktion gefordert. Das nennt sich Rüstungskonversion, d.h. Umstieg von militärischer auf zivile Produktion unter Einsatz der Fachkenntnisse der Beschäftigten bei Sicherung der Arbeitsplätze. […] Wer von den friedensbewegten EU-Parlamentariern packt dieses konkrete und ambitionierte EU-Friedensprogramm an?“
Dietrich Schulze

Dietrich verstarb mit 79 Jahren in seiner Heimatstadt Karlsruhe.

Einer der aufrechtesten Friedenskämpfer und Naturwissenschaftler ist nicht mehr unter uns. Er hasste den Krieg und die Kriegstreiber. Unermüdlich sein Engagement gegen Aufrüstung und Atomwaffen – sei es in den 80 Jahren gegen Pershing 2 und Cruise-Missiles, sei es gegen die völkerrechtswidrigen Kriege Deutschlands oder der NATO. Er war mit uns in Bonn und Berlin, als Hundertausende, ja Millionen, aufgestanden sind gegen Kriege.

Frieden war für ihn die ultimo Ratio. Da war der Physiker Dietrich ganz Wissenschaftler und Ingenieur, der auf seine eigene Profession immer einen kritischen Blick hatte. Nie hat er die Verquickung der Wissenschaft in die Unterstützung des Faschismus und Militarismus vergessen. Antifaschismus war seine Herzensangelegenheit.

Leere Worte und Bekenntnisse waren dabei nicht seine Sache. Organisationen, Posten und Kampagnen waren ihm nur Mittel, niemals Selbstzweck. Ohne ihn hätte es die Zivilklausel-Bewegung nach 2009 nicht gegeben. Er war zu ihrer Geburtsstunde an der Universität Karlsruhe ebenso dabei wie bei den vielfältigen Veranstaltungen und Treffen in den 10 Jahren seither. Seine Bereitschaft, Debatten und Beschlüsse zu dokumentieren, gaben der Kampagne eine Geschichte und ein Gesicht. Sein Widerspruch und seine Beharrlichkeit haben die Institution Wissenschaft herausgefordert und den Menschen näher gebracht. Seine Analysen und Vorschläge belebten jede Diskussion.

Dietrich war ein Naturwissenschaftler, der seine Wissenschaft geliebt hat. Er war sich ihrer Grenzen, ihrer Verquickungen in Krieg und Unterdrückung immer bewusst. Er hat diese Tatsachen immer wieder nachgewiesen und angeprangert. Er wusste, dass das spezialisierte Expertentum der Nährboden für Untertanengeist und Anpassung war. Daher vertrat er mit Mut auch außerhalb seines Faches eine Sache, wenn es die Richtige war. Unvergessen ist sein Zwischenruf, als die Demontage des Sozialstaats vorangetrieben wurde: Auf dem Gewerkschaftstag der ÖTV im November 2000 unterbrach Dietrich den damaligen Bundeskanzler Schröder bei dessen Vorstellung des neuen Rentenkonzepts mit den Worten: „Das ist nicht notwendig“, und provozierte damit den berühmten Kanzler-Ausspruch: „Das ist notwendig und wir werden es machen. Basta!“. Es ist diese Courage, die nicht nur mancher Debatte eine produktive Wendung gab, sondern auch Beispiel ist, dass erst der Widerspruch zu Erkenntnis führt.

Es wäre kein Dietrich, wäre da nicht auch der Querkopf, ja manchmal Sturkopf und ein Mensch mit Streitlust und Streitfähigkeit. Streit und Auseinandersetzung produktiv werden zu lassen, war sein Ziel, nicht immer hat er es erreicht.

Seit 1983 sind wir mit Dietrich und der NaturwissenschaftlerInnen-Initiative gemeinsame Wege gegangen. Zahlreiche Veranstaltungen, Kongresse und Aktionen der Initiative, der er sich am meisten verbunden fühlte, hat er besucht, viele mit organisiert und geprägt. Er war bei den großen Ereignissen aber auch immer wieder da „wenn die Mühen der Ebene“ es erforderten. So manches Mal hat er den Vorstand und Verein ermuntert, und manches Mal getrieben, Entscheidungen zu fällen und Position zu beziehen. Wir haben ihn gebraucht und brauchen ihn noch.

Wir haben mit Dietrich einen Menschen verloren, dessen soziales Engagement für die Ärmsten und sozial Bedrängten in dieser Gesellschaft und weltweit sprichwörtlich ist und dies nicht nur als Betriebsratsvorsitzender. In der Ablehnung von Ungerechtigkeit war er unerbittlich.

Lieber Dietrich, Du wirst uns fehlen, in Deiner Unermüdlichkeit, in Deiner Vielfalt und Deinem Engagement, aber auch in der Lust, sich mit uns anzulegen.

Dein Weg hinterlässt tiefe Spuren, nicht nur in Karlsruhe und am KIT. Sie sind uns Aufruf und Ermutigung zugleich, in Deinem Sinne für Frieden und Gerechtigkeit weiter zu wirken. Ade Dietrich, Du fehlst schon jetzt.

Der Vorstand der NaturwissenschaftlerInnen-Initiative


 

3. November 2019: Treffen der Zivilklauselbewegung in Leipzig

Liebe Mitstreiterinnen und Mitstreiter für zivilisierende Wissenschaft,

am Sonntag, den 3. November trifft sich die Ziviklauselbewegung in Leipzig und ihr seid alle herzlich eingeladen teilzunehmen.

Die Weltlage ist angespannt. Einerseits stehen wir mit dem 2%-Ziel der Nato-Aufrüstung und der entsprechenden machtpolitischen Eskalationspolitik vor einer brandgefährlichen Situation.

Andererseits gibt es dynamisch wachsende Aktivitäten, die darauf gerichtet sind, eine friedliche Entwicklung der Welt, international solidarische Handelsbeziehungen und ein menschliches, auch die natürlichen Lebensgrundlagen erhaltendes gesellschaftliches Zusammenleben durchzusetzen. An Frieden und Nachhaltigkeit orientierte Wissenschaft ist Bestandteil dieses Ringens.

Wir wollen uns treffen, um gemeinsam auszuloten, in welcher gesellschaftlichen Großwetterlage wir uns bewegen und was wir bewirken wollen und können. Wir wollen uns über Ambitionen, spezifische Herausforderungen, unternommene oder vorgehabte Aktivitäten und Hindernisse austauschen, um gemeinsam erfolgreicher für eine zivile Entwicklung zu wirken.

Es gibt viel auszuwerten und zu beraten:

  • in NRW wurde gerade die Zivilklausel aus dem Landeshochschulgesetz gestrichen
  • in Sachsen-Anhalt und Berlin soll aber ähnliches gerade verankert werden.
  • Vielerorts haben wir Zivilklauseln erkämpft, und stehen nun vor der Herausforderung, die Konfliktfähigkeit der Hochschulmitglieder zu befördern und die Zivilklausel zur lebendigen Praxis zu machen, auch z.B. in Gegnerschaft zu Aufrüstungsplänen und militärfinanzierter Forschung wie im Fall der Pentagonforschung in Hamburg.
  • Aktive in Wien und Physiker unterschiedlicher Hochschulen arbeiten an der Frage, was der Kampf für zivile Wissenschaft für die Entwicklung der Fächer bzw. die wissenschaftlichen Fragestellungen bedeutet.

Deshalb schlagen wir die folgende Tagesordnung vor:

1) Eingangsbeitrag zur aktuellen politischen Lage und Diskussion
Reiner Braun, Kampagne „abrüsten statt aufrüsten“

    – Mittagspause und Mittagessen –

2) Berichte
Hier soll auch die Möglichkeit bestehen, mögliche Schwerpunkte unserer Arbeit herauszubilden.

3) Überlegungen für Aktivitäten und ein größeres Treffen anlässlich des 75. Jahrestages der Befreiung vom Faschismus im kommenden Jahr.

4) Verschiedenes und Verabredungen

Organisatorisches

Termin: Das Treffen findet statt am 3. November 2019 von 10:30 bis 18 Uhr im Gewerkschaftshaus der GEW, Nonnenstraße 58, in 04229 Leipzig.

Anmeldung: Bitte meldet euch aus organisatorischen Gründen, am besten spätestens eine Woche vor dem Treffen, bei an: admin@zivilklausel.de

Zusammenkunft am Vorabend: Die Leipziger laden ein zu einer Zusammenkunft für alle Interessierten, die schon am Tag davor anreisen, am Samstag, den 2. November ab 18 Uhr im Liebknecht-Haus (Braunstraße 10). Dort gibt es Getränke auf Spendenbasis.

Übernachtung: Wer eine Übernachtungsmöglichkeit benötigt und sich keine Unterkunft leisten kann oder will, soll sich nicht abhalten lassen, an dem Treffen teilzunehmen: Aktive des Leipziger SDS ermöglichen zehn bis zwanzig Schlafplätze. Wer solch einen Schlafplatz benötigt melde sich bitte bei admin@zivilklausel.de spätestens eine Woche vor dem Treffen.

Anreise: Der Tagungsort ist eine viertel Stunde Fußweg vom Bahnhof Leipzig-Plagwitz entfernt, der wiederum ist mit der S-Bahn vom Hauptbahnhof eine viertel Stunde entfernt.

Wir freuen uns auf ein produktives Treffen!

Mit den allerbesten Grüßen vom Vorbereitungskreis,

Tobias Berking, Reiner Braun, Wolfgang Mix, Senta Pineau, Danilo Streller, Marlis Tepe und Uwe Wötzel

Pressespiegel zur Kampagne für den Erhalt der Zivilklausel im NRW-Hochschulgesetz

Zur Unterschriftenkampagne „Wissenschaft für Nachhaltigkeit, Frieden und Demokratie – Die Zivilklausel in NRW erhalten!“

Zur Facebook-Seite der Kampagne

Presseartikel und Radiobeiträge

Demo in Münster

„Wir müssen jetzt handeln!“ –  Studierende rufen zum Protest gegen Hochschulgesetz auf

msl24.de vom 10. Mai 2019

 

Geplante Änderung des NRW-Hochschulrahmengesetzes

Kein Verständnis für ein Ende der „Zivilklausel“

Interview von Manfred Götzke mit Heinz Bontrup, Erstunterzeichner der Kampagne, 17. Mai 2019 im Deutschlandfunk

 

Uni Bielefeld und Paderborn lehnen wissenschaftliche Arbeit für Rüstungsfirmen ab

Keine militärische Forschung

Von Dietmar Kemper, 26. Mai 2019 im Westfalen-Blatt

 

»Landesregierung verteidigt die ›Freiheit‹ der Industrie«

NRW: CDU und FDP wollen Hochschulgesetz novellieren und Zivilklausel abschaffen.

Interview von Ralf Wurzbacher mit Felix Massenbach, Aktionsbündnis der Uni Köln, 28. Mai 2019 in der Jungen Welt

 

Ruhr-Unis lehnen Militärforschung ab

Massiver Widerstand gegen Abschaffung der „Zivilklausel“

Von Christopher Onkelbach, 29. Mai 2019 als Titel-Aufmacher in der Westfälischen Rundschau und anderen Titeln der Funke-Mediengruppe (WAZ, NAZ …)

 

Forschung muss dem Frieden dienen

Kommentar von Christopher Onkelbach zur Zivilklausel, 29. Mai 2019 in der Westfälischen Rundschau und anderen Titeln der Funke-Mediengruppe (WAZ, NAZ …)

 

Debatte um Militärforschung

Landesregierung will die Zivilklausel aus dem Hochschulgesetz streichen. Dagegen wächst der Protest

Von Christopher Onkelbach, 29. Mai 2019 als Hintergrundartikel in der Westfälischen Rundschau und anderen Titeln der Funke-Mediengruppe (WAZ, NAZ …)

 

US-Forschungsförderung

Millionen vom Pentagon für deutsche Unis

Von Armin Himmelrath und Holger Dambeck (Datenanalyse), 22. Juni 2019 in Spiegel Online

 

Zivilklausel

Die Friedenspflicht fällt

Von Susanne Klein, 23. Juni 2019 in der Süddeutschen Zeitung

 

Abrüsten für den Frieden – auch an der Hochschule

Von Chris Ott, 23. Juni 2019 in Die Freiheitsliebe – Dein Portal für kritischen Journalismus

 

Pentagon

Pentagon förderte RUB-Forschung

Stefan Moll, 24. Juni 2019 in BSZ:Online, Bochumer Stadt- und Studierendenzeitung

 

Drittmittel von US-Verteidigungsministerium

Forschung vor der Mauer

Kommentar von Stefan Moll, 24. Juni 2019 in BSZ:Online, Bochumer Stadt- und Studierendenzeitung

 

Campus Wuppertal

US-Verteidigungsministerium fördert Uni

Martin Wosnitza, 26. Juni 2019 in der Westdeutschen Zeitung

 

Erneuerung des Hochschulgesetzes von NRW

Die Zivilklausel – Zwei Stimmen zum Gesetzesentwurf

Interviews der Deutschen UNESCO-Kommission vom 3. Juli 2019 im Rahmen des UNESCO-Weltaktionsprogramms „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ für und gegen den Erhalt der Zivilklausel im NRW-Hochschulgesetz

  1. „Es gibt keine Alternativen zur Zivilklausel. Ihre Beseitigung ist in keinem Fall eine“
    Interview mit Torsten Bultmann, Politischer Geschäftsführer des Bundes demokratischer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler
  2. „Für die nachhaltige Entwicklung ebenso wie für das Thema Zivilklausel ist es wichtig, dass die Hochschulen aus sich selbst heraus Lösungen entwickeln und umsetzen“
    Interview mit Jochen Mohr, Pressesprecher des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen

 

Zivilklausel

Sollen Unis für militärische Zwecke forschen?

Gesprächsrunde vom 6. Juli 2019 im Deutschlandfunk

Moderation: Manfred Götzke

Gesprächsgäste:

  • Prof. Dr. Heinz-Josef Bontrup, Wirtschaftswissenschaftler, Unterzeichner der Unterschriftenkampagne für den Erhalt der Zivilklausel im NRW-Hochschulgesetz, Sprecher der Arbeitsgruppe Alternative Wirtschaftspolitik
  • Thomas Kathöfer, Hauptgeschäftsführer des Forschungsnetzwerks Mittelstand (AIF)
  • Armin Himmelrath, Wissenschafts- und Bildungsjournalist
  • Angela Freimuth, FDP, MdL, Vizepräsidentin des Landtags NRW

 

Neues Hochschulgesetz

Es geht um unsere Zukunft

Stefan Moll, 8. Juli 2019 in BSZ:Online, Bochumer Stadt- und Studierendenzeitung

 

NRW

Hochschulen in NRW dürfen wieder für das Militär forschen

dpa, sög (Sören Götz), Zeit Online, 11. Juli 2019 (ähnliche Meldung in zahlreichen anderen Medien)

 

Kommentar zum NRW-Hochschulgesetz:

Lasst Euch nicht kaufen!

Von Christian Rein, 11. Juli 2019 in den Aachener Nachrichten

 

Streit um Zivilklausel

„Ein fatales Zeichen“

Von Armin Himmelrath, 07-08/2019 in Erziehung & Wissenschaft

 

Neues Hochschulgesetz

Der Protest gegen das Hochschulgesetz geht an den Unis weiter

Stefan Moll, 15. Juli 2019 in BSZ:Online, Bochumer Stadt- und Studierendenzeitung

 

Verteidigungsministerium

Wie viel Geld deutsche Unis für Rüstungsforschung erhalten, bleibt geheim

Von Armin Himmelrath, 12. September 2019 in Spiegel Online

 

Presseerklärungen:

Wissenschaft für Nachhaltigkeit, Frieden und Demokratie

Unterschriftenkampagne für den Erhalt der Zivilklausel im NRW- Hochschulgesetz gestartet

Pressemitteilung der Initiatoren der Unterschriftenkampagne vom 15. Mai 2019 zum Start der Online-Petition

 

Zivilklausel im Hochschulgesetz NRW erhalten

DGB und GEW NRW unterstützen Online-Initiative

Pressemitteilung von DGB und GEW NRW vom 15. Mai 2019 zum Start der Unterschriftenkampagne

 

Die Streichung der Zivilklausel wäre geschichtsvergessen und ein Schritt in die falsche Richtung

„Zivilklausel muss erhalten bleiben“

Pressemitteilung von Dietmar Bell, wissenschaftspolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion vom 29. Mai 2019

 

Keine Forschung für das US-Pentagon

Pressemitteilung von DieLinke NRW vom 26. Juni 2019

 

IPPNW unterstützt Kampagne für Zivilklauseln an deutschen Hochschulen

Pressemitteilung der deutschen Sektion der Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges (IPPNW) vom 28. Juni 2019

 

#notmyhochschulgesetz: Linke NRW ruft zu Protest gegen das neue Hochschulgesetz auf

Pressemitteilung von DieLinke NRW vom 9. Juli 2019

 

Anja Weber zum Antikriegstag: Zivilklausel an NRW-Hochschulen erhalten

Pressemitteilung des DGB NRW vom 28. August 2019