Offener Brief zum NRW-Hochschulgesetzentwurf

Ermutigt durch das Wirken der Zivilklauselbewegung ist im aktuellen Gesetzentwurf für ein Hochschulgesetz der NRW-Landesregierung die Verpflichtung der Hochschulen auf friedliche Ziele festgeschrieben. Die Hochschulen sollen „ihrer besonderen Verantwortung für eine nachhaltige Entwicklung nach innen und außen“ nachkommen. Mit dem Gesetzentwurf werden aber kaum Voraussetzungen geschaffen, damit sich die Hochschulen diese positiven Ziele zu Eigen machen können. Stattdessen bleiben die meisten Dogmen der „unternehmerischen Hochschule“ unangetastet.

Vor diesem Hintergrund haben sich am 14. März der Bund demokratischer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, der freie zusammenschluss von studierendenschaften, attac NRW, die Coordination gegen BAYER-Gefahren, die LandesschülerInnenvertretung NRW, die GEW Studis NRW, der Arbeitskreis Zivilklausel der Uni Köln und der Arbeitskreis Bildung & Erziehung von attac Köln in einem Offenen Brief an das NRW-Wissenschaftsministerium gewandt.

Uni Bonn: Nackter Studentenprotest gegen Kissinger-Professur

In Anlehnung an ein Gruppenporträt der legendären Kommune I ziehen Bonner Studenten blank gegen eine Stiftungsprofessur zu Ehren Henry Kissingers. Der Grund: Seine Rolle zu Zeiten des Vietnamkriegs.

Artikel von Ulrich Clauß und Miriam Hollstein in der Welt vom 21. Januar 2014.

Schwerpunkt zur Zivilklausel

Schwerpunkt „Krieg um die Köpfe – Initiativen für Zivilklausel an deutschen Hochschulen“ in der Januar-Ausgabe 2014 der Monats-Zeitung Contraste mit folgenden Artikeln:

  • Embedded Sciences – Unis auf Kriegskurs (Ariane Dettloff, Redaktion Köln)
  • »Eine Unterscheidung zwischen ziviler und militärischer Forschung wird gar nicht gewünscht …« – Interview von Ariane Dettloff mit Volker Eick, Politikwissenschaftler, Frankfurt a. M.
  • Plädoyer eines Professors – Für eine Zivilklausel an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (Hartwig Hummel, Politologe, Düsseldorf)
  • Ironien der Geschichte – Entwicklung der Zivilklausel-Initiativen (Dietrich Schulze, Karlsruhe)
  • Freiheit zum Krieg? – Die Rechtfertigungen der Zivilklausel-Gegner (Felix von Massenbach, Angela Lux und Vera Hölscher, Arbeitskreis Zivilklausel der Uni Köln)
  • Kein Rüstungspark neben der Uni – Interview von Ariane Dettloff mit Thomas Gruber, „Friedliche Uni Augsburg“
  • Unileaks – Kampf um eine Zivilklausel an der Universität Kassel (Andreas Lineal, Arbeitskreis Zivilklausel Kassel)
  • Henry-Kissinger-Professur Bonn – „Geburtstagsgeschenk“ für einen Kriegsverbrecher (Markus Gross, Köln, Initiative „Bundeswehr wegtreten“)
  • Zoff im DGB-Workshop – „… waren immer gegen Aufrüstung, Militarismus und Krieg“ (Christian Harde, Historiker und Mitglied der Gewerkschaft ver.di, Tübingen)
  • Whistleblowing – Friedensforschung für den Krieg? – Interview von Insa Pohlenga mit Irma Kreiten, ehemalige Mitarbeiterin im Sonderforschungsbereich „Kriegserfahrungen“ an der Uni Tübingen

Regierung macht auf Teflonpfanne – Pentagon-Millionen für deutsche Hochschulen kein Thema

Dass die Bundeswehr an hiesigen Hochschulen für sich forschen lässt, ist so bekannt wie umstritten. Von den Aktivitäten deutscher Wissenschaftler für ausländische Militärs hatte die Öffentlichkeit bis vor kurzem noch keine Ahnung. Anders die Bundesregierung: Die weiß Bescheid, hält sich bei dem Thema aber ziemlich bedeckt. Auf eine Anfrage der Linksfraktion im Bundestag rückte sie zuletzt bestenfalls mit der halben Wahrheit heraus. Kritiker nennen das ein Versteckspiel. Für Ärger sorgen die Neuigkeiten trotzdem.

Artikel von Ralf Wurzbacher auf Studis Online vom 16. Januar 2014.

Aktionskonferenz „Schulfrei für die Bundeswehr – Lernen für den Frieden

Mittwoch, 22. Januar 2014, 17:30-20:00 Uhr, in Stuttgart, Konferenzraum 001 „Marie Marcks“, Erdgeschoss der ver.di-Landesbezirks-Verwaltung tHeo.1, Theodor-Heuss-Str. 2

Die neue Bundesregierung unterstützt und begrüßt, „wenn möglichst viele Bildungsinstitutionen“ von dem Angebot von Jugendoffizieren „Gebrauch machen. Der Zugang der Bundeswehr zu Schulen, Hochschulen, Ausbildungsmessen und ähnlichen Foren ist für uns selbstverständlich.“ In einem Interview mit „Die Welt“ forderte de Maiziére jüngst dazu den Ausbau der bisher schon acht Kooperationsvereinbarungen zwischen der Bundeswehr und den Kultusministerien und übte sowohl intensiven Druck auf „zögerliche“ SPD-Kollegen in den Ländern als auch auf Schulen aus, die Jugendoffiziere einzuladen.

Die Kampagne „Schulfrei für die Bundeswehr. Lernen für den Frieden“ und ver.di Baden-Württemberg laden alle Interessierten zu einer Aktionskonferenz am 22. Januar von 17:30 bis 20:00 Uhr ins Stuttgarter verdi-Haus tHeo.1 ein, um den Druck auf die Politik in Baden-Württemberg zu erhöhen. Mit geeigneten Aktionen und mit Nachdruck wollen wir den Beschlüssen der Grünen vom 2. Dezember 2012 zur Kündigung der Kooperationsvereinbarung und der SPD vom 18./19. Oktober 2013 zur Aufnahme von Zivilklauseln im neuen Hochschulgesetz zum Durchbruch verhelfen.

Für eine bessere Planung bitten wir um Anmeldung: blach@dfg-vk.de.

Hochschulen in Bayern: Unis entscheiden selbst über Militärforschung

Die Opposition will Klarheit über die Militärforschungsaufträge an bayerischen Hochschulen. Doch Wissenschaftsminister Spaenle sieht die Universitäten autonom in ihrer Entscheidung, ob sie Projekte annehmen oder darauf verzichten.

Artikel von Martina Scherf in der Süddeutschen Zeitung vom 10. Januar 2014.